Rinder können auch ohne embryonales Interferon-tau trächtig werden
13.10.2026
LMU-Forschende widerlegen ein jahrzehntealtes Modell: Genetisch veränderte Rinderembryonen führen auch ohne Interferon-tau zu einer erfolgreichen Trächtigkeit und entwickeln sich zu gesunden Kälbern.
Eckhard Wolf ist Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie am Genzentrum und am Veterinärwissenschaftli
Seit Jahrzehnten geht die Forschung davon aus, dass ein Protein namens Interferon-tau (IFNT) für die Trächtigkeit bei Rindern unverzichtbar ist. Es wird vom frühen Embryo produziert und galt bislang als Signal an die Mutter, um diejenigen hormonellen Veränderungen zu verhindern, die andernfalls die Trächtigkeit beenden würden.
Forschende der LMU stellen dieses etablierte Modell nun in einer kürzlich im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten Studie infrage: Rinderembryonen, denen IFNT vollständig fehlt, können demnach sehr wohl eine Trächtigkeit einleiten und aufrechterhalten, was sogar zur Geburt gesunder Kälber führt.